Kommunen schaffen Vielfalt!

Verbandsgemeinde Asbach als eine von 40 Städten, Gemeinden und Landkreisen ausgezeichnet im Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“

Die Verbandsgemeinde Asbach wird als eine von 40 Kommunen im bundesweiten Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ für ihre Projektidee zur Förderung von Stadtnatur und Insekten im Siedlungsraum gewürdigt. Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro für die Umsetzung des Zukunftsprojekts „Groß und Klein-gemeinsam für mehr Artenvielfalt und eine intakte Umwelt“.

Mit ihrem Projekt zielt die Verbandsgemeinde Asbach darauf ab, in möglichst vielen Privatgärten, auf Außenanlagen von Gewerbebetrieben und im öffentlichen Grün Lebensräume für Insekten und andere Tiere zu schaffen. Darüber hinaus soll das Bewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger für die Relevanz des Themas „Insektenschutz“ geschärft werden. So wird angestrebt, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung dafür zu sensibilisieren, dass gepflegte und vermeintlich schöne Gärten nicht immer wertvolle Lebensräume für die heimische Flora und Fauna sind. Hierfür sind Netzwerktreffen, Besichtigungen/Wanderungen, Filmvorführungen, Workshops und Beratungen geplant. Unter Beteiligung der lokalen Naturschutzvereine sollen engagierte Bürgerinnen und Bürger im Gemeindegebiet Flächen kartieren, auf denen insektenfreundliche Sträucher und Bäume gepflanzt werden können. Dabei wird eine weitläufige Vernetzung der Flächen angestrebt. Gemeinschaftliche Pflanzaktionen im Gebiet der Verbandsgemeinde sollen hierauf folgen. Darüber hinaus werden Workshops zum Bau von Totholzecken und Wildbienen-Nisthilfen sowie zur Anlage von Sandhügeln und Lehmwänden als Bruthabitate angeboten. Zudem sollen öffentliche Grünflächen mit gebietsheimischem Saatgut eingesät und auch Privatgärtner und Gewerbebetriebe sollen durch die Bereitstellung gebietsheimischer Pflanzen dazu animiert werden, ihre Gärten bzw. Freiflächen naturnäher zu gestalten. Flankiert werden die Pflanzungen und Einsaaten durch Hinweise auf der Homepage der Verbandsgemeinde Asbach und eine Vortragsreihe sowie durch individuelle (kostenpflichtige) Beratungen und Anleitungen.

Um einen nachhaltigen Erfolg der Maßnahmen sicherzustellen, ist das Projekt auf mehrere Jahre und mit entsprechenden Haushaltmitteln hinterlegt.

Auch in den anderen 39 ausgezeichneten Kommunen geht es darum, Stadtnatur und Insekten zu schützen, die biologische Vielfalt zu fördern und städtisches Grün zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Informationen zu den 40 ausgezeichneten Projektideen finden Sie unter www.wettberweb-naturstadt.de.

  • Informationen zum Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“

    Vom 01. Februar 2020 bis zum 30. Juni 2020 konnten Städte, Landkreise und Gemeinden mit Projektideen zur Förderung von Stadtnatur und Insekten im Siedlungsraum am Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ teilnehmen. Der Wettbewerb wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

    Insgesamt gingen 332 Beiträge aus 310 verschiedenen Kommunen Deutschlands ein. Aus den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählte eine Fachjury die 40 besten Projektideen aus. Maßgeblich waren hierbei, inwieweit die Projektideen zu Verbesserungen für Stadtnatur, Insekten und deren Lebensräumen führen, zu Umweltbildung und gesellschaftlichem Engagement beitragen, nachhaltig wirken, vorbildlich und innovativ sind.

    Alle 40 Kommunen erhalten jeweils 25.000 Euro Preisgeld für die Umsetzung Ihrer Zukunftsprojekte. Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“, verleihen die Preise digital an die ausgewählten Kommunen und würdigen deren Einsatz und Engagement in einer Grußbotschaft per Video.

    Ausgezeichnet wurden 34 Städte und Gemeinden, vier Kreise sowie eine Verwaltungsgemeinschaft und ein Bezirk. Hierbei sind kleine Kommunen mit bis zu 5.000 Einwohner*innen ebenso vertreten wie Städte mit bis zu 500.000 Einwohner*innen. Die ausgezeichneten Beiträge reichen von klassischen Artenschutzmaßnahmen (z.B. Renaturierung von Gewässern und Feuchtbiotopen, Pflanzung und Pflege von Streuobstwiesen, Neuanlage von Sandarien für bodennistende Wildbienenarten) über innovative Ideen zur Förderung von Stadtnatur (z.B. Umrüstung auf insektenfreundliche Beleuchtung, Dach- und Fassadenbegrünung, Anlage von Insektentränken, Citizen Science Projekte zur Arten- und Flächenkartierung in der Stadt) bis hin zur Umgestaltung naturferner Privatgärten in insektenfreundliches Grün (z.B. Umgestaltung von Schottergärten hin zu naturnahen Gärten, Anlage von Schaugärten, Gartenwettbewerbe, Beratungsangebote für Gartenbesitzer*innen). Viele Beiträge verknüpfen diese Ansätze zudem mit Umweltbildung (z.B. durch Beet- und Baumpatenschaften, grüne Klassenzimmer und lehrplanorientierte Bildungseinheiten für Kinder, Erwachsenenbildung über Kunst- und Kulturbeiträge auf den Flächen, Lehrpfade und Workshops).

    Die Kommunen zeigen mit ihren Zukunftsprojekten, wie eine nachhaltige Entwicklung von Stadtnatur auf kommunaler Ebene aussehen kann. Dabei integrieren sie in besonderem Maße den Schutz von Insekten und berücksichtigen zudem die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger. Mit ihrem Engagement demonstrieren sie auch eine gelungene Umsetzung von Handlungsprogrammen wie dem 2019 verabschiedeten „Masterplan Stadtnatur“ oder dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ auf kommunaler Ebene und dienen hierdurch anderen Städten, Gemeinden und Landkreisen als Vorbild.

    Die Umsetzung aller Zukunftsprojekte erfolgt bis Ende 2022 und wird vom Bündnis fachlich begleitet. Ergänzend hierzu sind diverse an Kommunen gerichtete Informationsveranstaltungen vorgesehen (z.B. eine Fachtagung Ende 2021).

    Mehr zum Wettbewerb und zu den ausgezeichneten Projektideen unter: www.wettbewerb-naturstadt.de

    Für Rückfragen zum Wettbewerb

    Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“,

    Dr. Robert Bartz, Sonja Mohr-Stockinger, Julia Andreas
    +49 7732 9995-360, wettbewerb-naturstadt@kommbio.de

  • Formale Angaben zur Förderung und Durchführung des Wettbewerbs „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ 

    Der Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

    Gefördert durch

                                                                                                                                      Ein Projekt von

  • Ausgezeichnete Kommunen

    Nachstehende Kommunen wurden im Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ ausgezeichnet.

    • Stadt Andernach
    • Stadt Artern
    • Verbandsgemeinde Asbach
    • Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin
    • Stadt Bersenbrück
    • Gemeinde Brensbach und Partnergemeinden Gersprenz Tal
    • Stadt Chemnitz
    • Stadt Delbrück
    • Stadt Dorsten
    • Stadt Dortmund
    • Landeshauptstadt Dresden
    • Landeshauptstadt Erfurt
    • Gemeinde Ganderkesee
    • Landeshauptstadt Hannover
    • Hansestadt Havelberg
    • Stadt Hildesheim
    • Gemeinde Hummeltal
    • Stadt Karlsruhe
    • Kreis Lippe
    • Stadt Ludwigsburg, stellvertretend für die Grüne Nachbarschaft
    • Landkreis Mainz-Bingen
    • Oberbergischer Kreis
    • Stadt Oelsnitz/ Erzgeb.
    • Gemeinde Pellworm
    • Pfaffenhofen a. d. Ilm
    • Stadt Querfurt
    • Stadt Rastenberg
    • Stadt Rheinsberg
    • Rödersheim-Gronau
    • Stadt Sandersdorf-Brehna
    • Landkreis St. Wendel
    • Bergstadt Schneeberg
    • Gemeinde Trinwillershagen
    • Stadt Uslar
    • Stadt Vaihingen an der Enz
    • Stadt Vetschau / Spreewald
    • Gemeinde Wallsbüll
    • Gemeinde Windeck
    • Wülknitz / Elbe-Röder-Dreieck
    • Stadt Zülpich
  • Weitere Informationen

    Stadtnatur & Insekten

    Gärtnerisch gestaltete Naturelemente, Relikte ursprünglicher Natur bis hin zu neu entstandener Wildnis auf urban-industriellen Brachen – Stadtnatur ist vielfältig. Und Stadtnatur ist wichtig. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel, sorgt für frische Luft und sauberes Wasser und bietet attraktive Räume für Erholung, Naturerfahrung und sozialen Austausch. Vor allem naturnahe Bereiche in privaten Gärten, öffentlichen Grünanlagen, Klein- und Gemeinschaftsgärten, Wäldern, auf Friedhöfen und Brachen, an Gewässern, Straßen und Wegen sind zudem Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Es lohnt sich also Stadtnatur zu erhalten und zu entwickeln – für uns Menschen, aber auch, um dem anhaltenden Rückgang der biologischen Vielfalt wirksam zu begegnen.

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt schließt auch die Insekten mit ein. Aktuelle Studien zu mehreren Regionen in Deutschland belegen, dass die Biomasse und die Artenvielfalt der Insekten innerhalb der letzten Jahrzehnte stark zurückgegangen sind. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Roten Listen wieder – so haben 44 % der etwa 7.500 bislang bewerteten Insektenarten negative Bestandstrends. Hierdurch ist die Nahrungsgrundlage für weitere Tiergruppen wie Vögel und Reptilien nicht mehr gewährleistet. Auch wir Menschen sind davon betroffen, beispielsweise wenn Nutzpflanzen nicht mehr bestäubt werden.

    Mit dem „Masterplan Stadtnatur“ und dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ hat die Bundesregierung jüngst zwei wichtige Handlungsprogramme auf den Weg gebracht. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu schützen und zu fördern, indem beispielsweise innerstädtische Grünflächen aufgewertet, miteinander vernetzt und bewusst insektenfreundlich gestaltet werden. Eine erfolgreiche Umsetzung ist jedoch nur mit Hilfe der Kommunen möglich.

    Masterplan Stadtnatur

    Der 2019 veröffentliche „Masterplan Stadtnatur“ ist ein Handlungsprogramm der Bundesregierung für eine lebendige Stadt. Dieses zielt auf den Schutz und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in unseren Städten ab und unterstützt die Kommunen dabei, natürliche Lebensräume zu schaffen und damit die Vielfalt an heimischen Tier- und Pflanzenarten in den Städten und Gemeinden zu fördern. Das Programm führt ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Verbesserung der Naturausstattung in Städten und Gemeinden auf und umfasst neben rechtlichen Anpassungen auch innovative Formate der Öffentlichkeitsarbeit sowie Arbeitshilfen für die vor Ort Beteiligten. Die Flächen in der Stadt sollen nach Möglichkeit multifunktional genutzt werden. Deshalb geht der Masterplan im Sinne der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ über den engen Arten- und Biotopschutz hinaus und leistet zusätzlich einen Beitrag zur Umsetzung der „EU-Strategie zur grünen Infrastruktur“ und der „Deutschen Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels“.

    Weitere Informationen zum Masterplan Stadtnatur:
    https://www.bmu.de/publikation/masterplan-stadtnatur/

    Aktionsprogramm Insektenschutz

    Die Bundesregierung hat 2019 das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ beschlossen. Das Programm soll die Lebensbedingungen für Insekten verbessern und dem Insektenrückgang entgegenwirken. Durch den Schutz der Insekten und die Wiederherstellung ihrer Lebensräume in Agrarlandschaften, Schutzgebieten und Städten, sollen sich der Lebensraum für Insekten vergrößern und die Bedingungen für die Insekten verbessern. Hierzu ist besonders die Vernetzung der einzelnen Lebensräume von großer Bedeutung. Des Weiteren sieht das Aktionsprogramm vor, die Einträge von Nähr- und Schadstoffen in Böden und Gewässer zu reduzieren und den Einsatz von Pestiziden zu mindern. Ebenso soll die Lichtverschmutzung reduziert und eine Umstellung auf insektenfreundliches Licht gefördert werden; viele nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angelockt und verenden dort oder werden Opfer von Fressfeinden. Um ein einheitliches Monitoring der Insektenbestände zu ermöglichen, sollen Forschung vertieft, Wissen vermehrt und Lücken geschlossen werden. Durch finanzielle Anreize und gezielte Informationsvermittlung sollen das Engagement in der Bevölkerung gefördert und deutlich mehr Projekte zum Schutz von Insekten umgesetzt werden.

    Weitere Informationen zum Aktionsprogramm Insektenschutz:
    https://www.bmu.de/publikation/aktionsprogramm-insektenschutz/

    Bundesprogramm Biologische Vielfalt

    Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

    Weitere Informationen zum Bundesprogramm: www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html

    Mehr zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“:
    www.kommbio.de

    Mehr über die Arbeit des BMU im Bereich „Stadtnatur und Insektenschutz“: https://www.bmu.de/stadtnatur/

  • Grußwort Bundesumweltministerin Svenja Schulze
  • Laudatio Robert Spreter (Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt) 
  • Auszeichnungsvideo (Grußwort und Laudatio zusammengeschnitten)